Treffen von Mars, Jupiter und Saturn

Ein Dreigestirn von Planeten des inneren und äußeren Sonnensystems ware heute Morgen (am 1. April 2020) mit bloßen Augen zu sehen. Ich hatte Glück, dass Mars, Jupiter und Saturn ziemlich genau in das 6 Grad breite „Fenster“ zwischen Nachbarhaus und großer Eiche passten. So konnte ich aus dem Arbeitszimmerfenster die drei Planeten schnell zwischen Stoßlüften und Aufwecken der Familie ablichten:

Mars (links unten), Jupiter (rechts) und Saturn (links oben) am Morgen des 1.4.2020 gegen 5:59 Uhr MESZ.
Mars (links unten), Jupiter (rechts) und Saturn (links oben) am Morgen des 1.4.2020 gegen 5:59 Uhr MESZ.

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Zweimal Halos Ende Februar

An den letzten beiden Februartagen des Jahres 2020 waren jeweils nachmittags schöne Halos an Eiswolken zu sehen.

Am 28. Februar zeigten sich um die Sonne ein schwacher 22°-Ring, der obere Berührungsbogen mit Übergang in den umbeschriebenen Halo, ein Zirkumzenitalbogen und angedeutet der Supralateralbogen unterhalb des Zirkumzenitalbogens.
Am 29. Februar gab es einen schwachen oberen und einen Zirkumzenitalbogen, der anfänglich schön war, aber später deutlich heller wurde.
Sehr heller und farbintensiver Zirkumzenitalbogen mit angedeutet sichtbarem anschließenden Supralateralbogen.
Zum Ende der Erscheinung war nur noch der Zirkumzenitalbogen sichtbar, der dann aber auch bald in aufziehenden dichteren Wolken verschwand.

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Starlink-Satelliten „verzieren“ den Himmel

Heute Abend (30. Dezember 2019) war das Wetter in der Wedemark hervorragend für astronomische Beobachtungen. Es ergab sich auch die Möglichkeit, eine Kette von 40 Starlink-Satelliten (allesamt Objekte des 2. Starts) binnen 10 Minuten über den Himmel ziehen zu sehen. Internet auch in abgelegene Regionen soll das aus Tausenden bis Zehntausenden Satelliten von SpaceX geplante Netz bringen, nebenbei könnte es eine massive Veränderung des Nachthimmels bringen; wohl gemerkt keine Veränderung zum Besseren!

Starlink-Satelliten am 30.12.2019 gegen 18 Uhr MEZ. Ein Teil der 40 Objekte umfassenden Satellitenkette ist auf dieser 5 Sekunden belichteten Aufnahme mit einem Fischaugen-Objektiv von etwa 11 Uhr nach 5 Uhr als Strichreihe (parallel zur Milchstraße) zu erkennen. Andere Satelliten sind als kurze Spuren sichtbar, ebenso Flugzeuge anhand ihrer Positionslichter.

Einen ersten Eindruck davon bekommt man, wenn man diese eine Kette von wenigen Dutzend Satelliten – mehr oder weniger gleichmäßig aber allesamt sehr hell – binnen gerade einmal zehn Minuten über den Himmel gleiten sieht. Die Helligkeit von rund 2,5 mag entspricht der Helligkeit der Sterne, die die Sternbilder ausmachen. Was passiert, wenn statt nun gerade einmal rund 122 Sateliten in naher Zukunft 12.000 Satelliten herumfliegen, kann man sich – aber will man sich eigentlich nicht – ausmalen.

Mein Zeitraffer-Video des Überflugs der Starlink-Kette. Am besten manuell auf volle Auflösung stellen und im Vollbild ansehen.

In meinem Zeitraffervideo ist das „Dauerfeuer“ der Starlink-Kette einmal quer über den Himmel gut zu erkennen. Wer genauer hinsieht, wird neben dem grauseligen Dauerfeuer parallel zur Milchstraße auch andere Satelliten (zwei mit hellen Flares) und einige Flugzeuge erkennen. Außerdem rechts oben auf ein Uhr am Fischaugen-Horizont noch der Mond als hellste Lichtquelle am Himmel und im Schattenspiel der nachbarlichen Gartenbeleuchtung und teils unscharf am Rand meine Familie mit mir beim Blick in den Himmel; das Kind (2,8 Jahre) beurteilte die Satellitenkette als „spannend“ 🙂

Summenbild aller Einzelaufnahmen des Zeitraffers. Hier wurde für jedes Pixel der maximale Helligkeitswert ausgewählt, um so alle bewegten Objekte mit vergleichbarer Helligkeit wie in den Einzelaufnahmen darzustellen. Neben den hellen Flugzeugen und den anderen Satellitenspuren ist die Starlink-Kette wie zuvor „von 11 Uhr bis 5 Uhr“ am Himmel zu sehen.

Ich denke, nach diesen einfachen Aufnahmen kann sich jeder leicht vorstellen, was diese Flut an neuen Satelliten für professionelle Astronom*innen bedeuten wird, wenn deren Aufnahmen und Messkampagnen von vielen solcher Satellitendurchflüge verunstaltet bishin zu unbrauchbar werden. Satelliten gibt es schon lange, aber eine derart hohe Anzahl neuer Satelliten binnen kürzester Zeit ist absolut neu und stellt Astronom*innen vor ganz neue Herausforderungen. Nebenbei verändert es massiv den uns bekannten Sternenhimmel.

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Mondsichel und Jupiter nahe beieinander

Am Reformationstag, dem 31. Oktober, zog der Mond recht eng am Riesenplaneten Jupiter vorbei. Schon bald nach Sonnenuntergang stand das Paar auffällig am Himmel, der helle Jupiter war neben dem zunehmenden Mond nicht zu übersehen.

Zunehmender Mond und Jupiter am Abend des 31. Oktober 2019 um 17:47 Uhr MEZ.

Mit einem Objektiv mit höherer Brennweite oder einem Fernglas ließ sich dann neben dem Jupiter sein hellster und größter Mond (Ganymed) als Sternchen erkennen. Zwei weitere Monde standen so nah an der Planetenscheibe, dass sie in meinem Aufnahmen nicht vom Schein des Gasriesen zu trennen waren. Der vierte der hellen Monde des Jupiters stand zum Aufnahmezeitpunkt genau hinter dem Planeten und war somit ebenfalls unsichtbar.

Mond mit Erschein und Jupiter mit seinem größten Mond Ganymed (links oberhalb der Planetenscheibe).

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