Zum Monatsbeginn zog der zunehmende Mond an Merkur – gerade in einer sehr guten Abendsichtbarkeit – und Venus – noch als Abendstern sichtbar – vorbei.


Astronomie, Naturfotografie und mehr
Am frühen Morgen des 19. Februar 2025 verglühte über Mitteleuropa ein Teil (genauer die Oberstufe) einer Falcon-9-Rakete des Unternehmens SpaceX. Das Verglühen wurde gegen 4:45 Uhr von vielen Menschen beobachtet und im Nachhinein vielfach in den Medien berichtet: Tagesschau 1, Tagesschau 2, Video, FAZ, Spektrum (mit Video), Zeit, Meteoros-Forum.
Als ich morgens zum Lüften das Dachfenster Richtung Nordosten öffnete, fiel mir eine auffällig leuchtende Wolke auf, obwohl es noch eine Stunde bis zum Sonnenaufgang dauern würde.

Die Sonne stand zu diesem Zeitpunkt noch so weit unter dem Horizont, dass nur Wolken beleuchtet werden könnten, die sehr hoch in der Atmosphäre stehen. Denn nur so weit oben scheint bereits die Sonne, während sie am Erdboden noch lange nicht aufgegangen ist. Das ist der Effekt der bei den im Sommer sichtbaren Leuchtenden Nachtwolken für deren Nachtsichtbarkeit sorgt.

Ich dachte zuerst an von einer Rakete bei ihrem Start erzeugte Abgase oder abgelassenen Treibstoff. Es stellte sich dann aber relativ schnell heraus, dass der oben erwähnte Wiedereintritt der Falcon-9-Oberstufe dahinter stecken dürfte. Sie verursachte gewissermaßen eine künstliche Leuchtende Nachtwolke.
Die Wolke verblasste langsam bei höher steigender Sonne wie es sich auch bei den Leuchtenden Nachtwolken beobachten lässt.


Offenbar gab es in Polen einen möglichen Fund von aus der Erdumlaufbahn gefallenen Weltraumschrotts, weil die Oberstufe nicht vollkommen in der Atmosphäre verglüht ist.
Auch am 15. Oktober war es abends (halbwegs) klar, so dass ich wieder zum Feldrand radelte, um dort einmal mehr Aufnahmen des Kometen Tsuchinshan-Atlas zu machen. Allerdings konnte ich den Kometen dabei deutlich schlechter sehen. Die Kombination aus heller werdendem Mondschein und doch recht flächigen Zirren zusammen mit einer abnehmenden Helligkeit des Kometen war eher ungünstig.
Am Ende ließen sich durch entsprechende Bearbeitung der Summenbilder doch wieder einige Details herauskitzeln.

Um den Staubschweif sichtbar(er) zu machen, habe ich dann wieder denselben Trick mit dem Entfernen des Hintergrundverlaufs gemacht, was aufgrund der Cirruswolken mittelgut funktionierte.



Am 16. Oktober habe ich den Kometen zuerst mit dem Fernglas und dem bloßen Auge vom Garten aus beobachtet. Als ich danach am Feld war, war der Komet nur noch hinter hell vom fast vollen Mond beleuchteten Cirruswolken zu sehen.

Während sich der Komet weiter von der Sonne entfernt, bleibt jeden Abend etwas mehr Zeit ihn in der Dämmerungsphase bis hinein in die Nacht zu beobachten. Die letzten Tage haben aber gezeigt, dass vor allem der helle Mond und die Wolken hier in der Region Hannover bestimmen wie viel vom Kometen sichtbar ist.
Richtig gut war es am 14. Oktober, als sich überraschend eine Lücke in den Wolken auftat und der Komet problemlos mit seinem langem Schweif mit bloßem Auge sichtbar war. Ich hatte gar nicht mit der Möglichkeit gerechnet, dass es hinreichend klar sein würde, so dass ich die Fotografie des Kometen etwas improvisieren musste. So hievte ich die Kamera mit dem Stativ kurzerhand aus einem Fenster auf das Carportdach, von wo aus es einen freien Blick in Richtung Horizont gab.
Ich nahm dann Bilderserien einzelner kurz belichteter Bilder auf, die ich hinterher mit Siril zusammenrechnete, um so effektiv eine längere Belichtungszeit ohne Nachführung zum Ausgleich der Erddrehung zu erreichen. Die Bilder wurden dann weiter in Gimp, RawTherapee und Neat Image bearbeitet. Durch das Addieren der Bilderserien ist der Vordergrund der Bilder verschwommen. Der neblige „Stern“ im sonnenfernsten Drittel des Schweifs ist der Kugelsternhaufen Messier 5.

Im Bild ist der sogenannte Gegenschweif gut zu erkennen, der sich rechts unterhalb des Kometenkopfs in Richtung der Sonne zeigt. Der normale Schweif entsteht durch vom Sonnenlicht weggedrücktes Kometenmaterial. Deswegen zeigt er von der Sonne weg. Der Gegenschweif tut genau das Gegenteil, muss also eine andere Ursache haben. Er besteht aus schwereren Teilchen des Kometenmaterials, das zwar vom Kometenkern abgedampft ist, aber entlang der Kometenbahn um die Sonne „herumhängt“. Dieser Kometenstaub bildet also eine schmale Scheibe entlang der Kometenbahn. Durchläuft die Erde diese Bahnebene des Kometen, wird das herumhängende Kometenmaterial durch den recht exakten Blick auf die Kante sichtbar und erstreckt sich auch in Richtung der Sonne.
Um den Gegenschweif deutlicher sichtbar zu machen, entfernte ich daher den Verlauf der Hintergrundhelligkeit mit Siril, bearbeitete das entstehende Bild erneut und erstellte eine Schwarzweiß-Version, in der man den Gegenschweif viel deutlicher erkennen kann:

Ich verfolgte den Kometen dann mit bloßem Auge, Fernglas und Kamera bis er hinter der sich schon in diesen Bildern zeigenden Wolkenbank verzog. Am Ende war nur noch der Schweif des Kometen sichtbar, was auch sehr schick aussah.


